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BASE-Jumping | Das Spiel mit dem freien Fall

Wie entwickelte sich die Sportart BASE-Jumping? Alle Hintergrundinfos zur nötigen Ausrüstung und den Risiken für Einsteiger

BASE-Jumping ist eine Disziplin beim Skydiving und viele kennen den Extremsport nur relativ oberflächlich. Vielleicht hast du ein paar Mal entsprechende virale Videos gesehen oder weißt zufälligerweise, für was das Acronym BASE steht, doch wieviel weißt du wirklich zum Thema BASE-Jumping?

Was bedeutet BASE?

Base-Jumping entwickelte sich ursprünglich aus dem Skydiven – beide Sportarten gelten als Unterkategorie des Fallschirmspringens. Das BASE im Namen ist ein Acronym für Building, Antenna, Span und Earth.

Buildings (Gebäude) sind das kniffligste Element beim BASE-Jumping. Sie werden oft videoüberwacht, von Securities abgeriegelt und Türen sind bei Wolkenkratzern in der Höhe verschlossen. Das alles macht es schwer, auf das Dach zu kommen. Gebäude in der Bauphase stehen deshalb bei Springern hoch im Kurs.

Antennas (Antennen) waren besonders früher weitaus populärer. Sie werden in der Regel nicht so gut bewacht und können gleich hoch, oder sogar höher als viele Gebäude sein. Sie stehen zudem oftmals an entlegenen Orten, was das Risiko vermindert.

BASE-Jumping vom Span, besser bekannt als Brücke – Foto: iStock

Spans (Brücken) werden nicht als Bridges bezeichnet, weil BASE deutlich besser klingt als BABE. Die ideale Brücke ist weitläufig und verläuft über eine tiefe Schlucht, sodass der BASE-Jumper genügend Zeit hat, rechtzeitig den Fallschirm zu ziehen. Die berühmteste Brücke ist die New River Gorge Bridge in West Virginia. Jedes Jahr gibt es einen Tag, an dem BASE-Jumping von der Brück legal ist. In der Szene sind diese Tage als Bridge Days bekannt.

Earth (Erde) bezeichnet natürliche Formationen, die einen Sprung ermöglichen wie zum Beispiel Klippen und Schluchten. Das Element ist mit Abstand das beliebteste unter den Athleten. Der El Capitan, berühmtes Bergmassiv im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien, wird allgemein als Geburtsstätte der Sportart angesehen.

BASE-Jumping – die Geschichte

Vor über 900 Jahren begannen die Menschen bereits, von Objekten zu springen, allerdings mit bereits geöffnetem Fallschirm beim Absprung. Das ist der Hauptunterschied zum heutigen BASE-Jumping.

Mit dem technischen Fortschritt und der Erfindung von Flugzeugen und Heißluftballons entwickelte sich die frühe Form des BASE-Jumping – das Skydiven.

In den 1960er Jahren wurde das Skydiven den Experten zu langweilig und sie begannen allmählich damit, von Objekten zu springen, um neue Kick zu testen.

Carl Boenish, der Urvater der Sportart BASE-Jumping – Foto: iStock

 

Der Ausdruck BASE stammt vom legendären Filmemacher und Draufgänger Carl Boenish, der unter BASE-Jumpern als Urvater der Bewegung gefeiert wird.

In den später 1970er Jahren begann er damit, Sprünge vom El Capitan zu wagen und dabei zu filmen. Seine Sprünge gelten als der Ursprung im BASE-Jumping.

Ungefähr zur gleichen Zeit war der Pro-Skier und Amateur-Skydiver Rick Sylvester Stuntdouble für James Bonds Abenteuer „Der Spion, der mich liebte“ engagiert und führte einen BASE-Jump von einer verschneiten Klippe aus. Seit diesem Zeitpunkt erregte der Sport schlagartig deutlich mehr Aufsehen.

BASE-Jumping wuchs weiter und der El Caitan wurde zur Heimat der Bewegung. Die Regierung wollte das Jumpen verbieten.

Daher wurde von ihr die nationale Fallschirmvereinigung kontaktiert, doch die Verantwortlichen wussten nicht viel mehr vom neuen Sport, da er unterhalb der Minimalhöhe des Skydivens stattfand. So wuchs der Sport immer weiter und die Sprünge und Zahl der Protagonisten nahmen kontinuirelich zu.

Heute ist BASE-Jumping natürlich weltweit anerkannt, für viele als Adrenalinkick für echte Draufgänger. Der Sport wird in Hollywoodfilmen und Werbungen von bekannten Marken für den Transport eines gewissen Images instrumentalisiert.

Aus dem BASE-Jumpen entstand das Fliegen mit einem Wingsuit, was als noch riskanter anzusiedeln ist. Dafür ziehen sich die Springer eine Art Fledermausanzug an und springen von BASE-Objekten, fliegen knapp über den Boden und erreichen Geschwindigkeiten von über 200 km/h.

Location Nr. 1 beim BASE Jumping : der El Capitan im Yosemite Nationalpark – Foto: iStock

Wichtiges Equipment beim BASE-Jumping

Welche Ausrüstung braucht man beim BASE-Jumping? Der Laie denkt, man müsse sich einfach einen Fallschirm auf den Rücken schnallen und springen, doch die Dinge erweisen sich als sehr viel komplexer. Wenn man bedenkt, dass die Toleranz des Versagens bei diesem Risikosport sehr gering ist, klingt das eigentlich logisch.

BASE-Jumper verwenden speziell designte Luftdruck-Fallschirme, normalerweise in rechteckiger Form. Diese Schirme werden von Skydivern auch verwendet, doch die von BASE-Jumpern sind mit einem speziellen Slider nochmals modifiziert.

Als Slider wird ein Stück Material bezeichnet, das sich zwischen dem Schirm und den Gurten befindet, ein schnelles Auslösen erlaubt und die Beschädigungen am gesamten Schirm reduziert.

Ram-Air Parachute beim BASE-Jumping – Foto: ascskydiving.com

 

Der beste Fallschirm fürs BASE-Jumping ist, laut der Community der Seven Cell Ram-Air, dagegen ist beim Skydiven der Nine Cell beliebter. Der Seven Cell entfaltet sich schneller und ist kleiner, was das Risiko minimiert, dass ein Teil des Schirms oder der Springer mit dem Objekt kollidiert.

Ein neues Seven Cell Ram-Air Setup kostet zwischen 2.000 und 2.600 Euro. Wie auch immer, der Schirm ist für die Sicherheit extrem wichtig, deswegen empfehlen wir ausschließlich, bei etablierten Händlern zu kaufen.

Wenn die Höhe des Sprungs ausreichend ist, wird der Schirm in eine Art Rucksack verpackt und in der Luft ausgelöst. Wenn dafür die Höhe nicht ausreicht, nimmt der Springer den Schirm einfach in die Hand und wirft ihn – sobald er gesprungen ist – direkt über sich.

Diese speziellen Rucksäcke sind im Normalfall relativ klein und wiegen nicht sehr viel. Ein neues Modell kostet um die 1.000 Euro.

BASE-Jumper mit Mini-Schirm als Auslöser in der Hand – Foto: iStock

 

Helme und ein Körperschutz sind ebenfalls essentielle Bestandteile einer jeden BASE-Jumping-Ausrüstung. Auch wenn der Boden bei jedem Sprung das größte Risiko darstellt, können auch Bäume oder sogar Vögel einen Risikofaktor darstellen. Für einen Oberkörper- und Beinschutz zahlt man knapp 100 Euro, für einen zulässigen Helm etwa den gleichen Preis.

Opfer beim BASE-Jumping

Tote beim BASE-Jumping sind leider und traurigerweise keine Seltenheit. Auch wenn die Ausrüstung sehr sicher ist und die Springer alles für ihre Sicherheit machen, bleibt es ein hochriskanter Sport.

Die Statistiken belegen das Risiko: Von April 1981 bis Oktober 2015 gab es 270 Tote – das entspricht fast acht Toten pro Jahr.

BASE-Jumping ist immer noch ein Sport, der häufig im Verborgenen stattfindet, oft müssen dafür Gesetze gebrochen werden, um zu den Locations für die Absprünge zu gelangen. Somit kann keine genaue Totenrate angegeben werden, denn viel Sprünge werden überhaupt nicht registriert.

Der erste Tod eines bekannten Springers war der von Carl Boenish im Jahr 1984, als er von der Troll-Mauer in Norwegen sprang. Zwei Tage zuvor hat er noch den Rekord des höchsten BASE-Jumps aus 6.000 Fuß Höhe aufgestellt.

Der Leichnam von Boenish wurde zwei Tage später von Bergsteigern geborgen. Bis heute ist unklar, ob verknotete Leinen oder der Schirm verantwortlich für den Absturz waren.

Der Tod beim BASE-Jumping rückte 2015 wieder in den Fokus, als innerhalb weniger Tage drei Springer ums Leben kamen. Am 7. Mai starb ein 73-jähriger BASE-Jumper bei einem Sprung von der Perrine Bridge in Idaho. James E Hickey, ein erfahrener Skydiver, hatte als Teil eines Stunts seinen eigenen Schirm in Brand gesetzt – mit verheerenden Folgen.

Der 73-jährige BASE-Jumper James H Kickey starb beim Sprung von der Perrine Bridge in Idaho – Foto: iStock

 

 

Nur neun Tage später, am 16. Mai 2015, starben gleich zwei BASE-Jumper an einem Tag, beim selben Unfall. Der bekannte Kletterer Dean Potter und sein Sprungkollege Graham Hunt verunglückten vom Taff Point im Yosemite Nationalpark.

Die Parkbehörden wurde alarmiert, da die beiden nicht zum vereinbarten Treffpunkt erschienen. Eine Sucheinheit fand die Leichen einen Tag später. Wenn du tatsächlich in Erwägung ziehst, BASE-Jumping zu probieren, musst du dir der enormen Risiken bewusst sein.

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