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Belfast Castle_Nordirland

Travel

Nordirland | Entdeckungstour durch Belfast

Foto: Jake Terry

Bei dem Gedanken an Belfast stelle ich mir den kleinen Jungen aus dem 2021 erschienen Film „Buddy“ vor, der in den 60er Jahren durch die schmalen Gassen Belfasts läuft. Vorbei an den eng nebeneinander stehenden Stadthäusern, in denen Katholiken und Protestanten friedlich zusammen wohnen zu einem Fußballplatz, auf dem alle Kinder gemeinsam spielen, egal welcher Religion sie angehören. Dieser Stadtfrieden wird 1969 durch Unruhen und Konflikte zwischen den beiden Gruppen gebrochen. Die Kinder spielen nicht mehr miteinander Fußball.

Peace Wall 

Die dunklen Zeiten Belfasts sind heutzutage vorbei, der Frieden ist seit mehreren Jahren zurück in die lebhafte Stadt gekehrt. Was geblieben ist, als Zeichen der Trennung, ist die so genannte Friedensmauer, die mit Wandgemälden bunt gestaltet ist. Entlang der Straßen wie der Shankill oder Crumlin Road, die um die Mauer herum verlaufen, werden an Tafeln die Geschichten der Stadt erzählt. 

Belfast

Titanic Quarter 

Wir sind einen Tag lang in Belfast, um die Stadt zu entdecken und zu erleben. Nachdem wir bereits tief in die Geschichte eingetaucht sind, besuchen wir das Titanic-Museum im gleichnamigen Stadtteil. Auf mehreren Etagen wird die Geschichte des geheimnisvollen Passagierschiffs erzählt, das wir wohl alle durch den tragisch-romantischen Film mit Leonardo di Caprio und Kate Winslet in den Hauptrollen kennen. Die Titanic wurde von 1909 bis 1911 auf der Harland & Wolff-Werft in Belfast gebaut. Im Museum werden auf eindrucksvolle Weise Szenen aus dem Bau und Modelle des Schiffes nachgestellt. Auch die Jungfernfahrt wird mit Bild-, Audio- und Filmaufnahmen bis zur Katastrophe am 14./15. April 1912 dargestellt. Besonders spektakulär ist der letzte Ausstellungsraum, der die Titanic auf dem Meeresgrund in einer Tiefe von 3700 Metern zeigt. Hinter dem Museum gibt es einen großen Platz, auf dem man dank des glatten Betons gut Skaten oder Rollschuhfahren kann. Vom Titanic Quarter geht es für uns entlang des Lagan Flusses ins Stadtzentrum weiter.

Belfast
Foto: Jake Terry

Salmon of Knowledge

Als wir Richtung Stadtzentrum schlendern, entdecken wir einen riesigen Lachs aus einem Mosaik von Keramikfliesen am Ufer des Lagan. Jede Kachel ist mit Bildern und Texten verziert, die Geschichten aus Belfast erzählen. Dem sogenannten „Salmon of Knowledge“ wird nachgesagt, dass man durch einen Kuss einen enormen Wissenszuwachs bekommt. Dieser Volksglaube stammt aus einem Märchen, in dem ein Fisch, der im Brunnen der Weisheit schwimmt, magische Haselnüsse frisst, die das Wissen der Welt beinhalten sollen. Der erste Mensch, der diesen Fisch verspeist, solle die gesamte Weisheit der Welt erben. 

Außerdem steht er symbolisch für die Lachse, die jedes Jahr in einer Vielzahl den Fluss hinauf schwimmen. In den 90er Jahren waren die Fische fast komplett verschwunden, doch 1999 konnte ihre Rückkehr mit der riesigen Skulptur gefeiert werden. Unsere Entdeckungstour durch Belfast führt uns weiter zur City Hall am Donegall Square inmitten der Innenstadt, wo wir uns so langsam durch den flüchtigen Kuss der Lachsskulptur erleuchtet fühlen. 

Foto: Jake Terry

Belfast Stadtzentrum

Rund um die City Hall gibt es in der Altstadt von Belfast viele Geschäfte, Bars und Restaurants. Wir lassen uns ein wenig treiben und landen schließlich im Pocket Café, wo wir Frühstücksburger essen.

Belfast
Foto: JAKE TERRY

Zu unserer positiven Überraschung fällt uns auf, dass es in Belfast viele vegane und vegetarische Optionen gibt, den Hunger zu stillen. Im Stadtzentrum, nur wenige Gehminuten von der City Hall entfernt, gibt es einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Eine davon ist der Albert Memorial Clock Tower, hinter dessen Namen sich ein 34,4 Meter hoher Uhrenturm verbirgt, der an den Big Ben in London erinnert. Nur wenige Straßen vom Sandsteinturm entfernt liegt die St. Anne’s Cathedral, in der seit über 100 Jahren christliche Gottesdienste abgehalten werden. Im Jahr 1899 wurde der Grundstein der Kathedrale gelegt, und in den darauf folgenden Jahren wurde das Gebäude im romanischen Stil immer größer. Im Jahr 2007 wurde dann ein 40 Meter hoher Stahlturm als Zeichen der Hoffnung hinzugefügt. Wir sind mehr als beeindruckt von der vielfältigen Innenstadt und obwohl wir uns vorher keine Route überlegt haben, gelangen wir anhand von Schildern und sehr hilfsbereiten Nordiren zu den schönsten Plätzen der nordirischen Hauptstadt mit ihren freundlichen Bewohnern. Kurz danach hält ein älterer Herr mit seinem Fahrrad neben uns an und fragt, woher wir kommen. Nach einem kurzen Plausch empfiehlt er uns, unbedingt das Belfast Castle beim Sonnenuntergang zu besichtigen.

Foto: Jake Terry

Belfast Castle

Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, verabschieden uns und fahren mit dem Auto zum berühmtesten Wahrzeichen der Stadt, 6 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Belfast Castle liegt im Norden von Belfast in der Gegend um Cave Hill und wurde in den 1860er Jahren erbaut. Es befindet sich inmitten eines Parks, in dem es mehrere Ökotrails und Wanderwege gibt. Auf dem Gelände des Schlosses werden seltene Pflanzen angepflanzt, und es gibt verschiedene Tierarten zu sehen, wie z. B. die Waldohreule. Außerdem hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und den Atlantischen Ozean. Es gibt auch ein Restaurant, in dem wir uns einen Tee mit Scones gönnen, nachdem wir das Anwesen ausführlich besichtigt haben. Nach der Erfrischung geht es zurück ins Stadtzentrum. 

Kneipen in Belfast

Der ereignisreiche Tag neigt sich langsam dem Ende zu, was uns Durst auf ein frisch gezapftes Guiness macht. Belfast hat eine Pub-Kultur, die weit in die Geschichte zurückreicht. Einige der Pubs gibt es schon seit dem 17. Jahrhundert. Die älteste Kneipe, Whites Tavern & The Oyster Rooms, geht auf das Jahr 1630 zurück. Verrückt, wenn man bedenkt, dass dort seit fast 400 Jahren Bier getrunken wird. Wir holen uns ein frisch gezapftes Guiness und genießen die heitere Atmosphäre. Gut gelaunt machen wir uns auf den Weg zu einigen anderen Pubs in Belfast. Der Crown Liquor Saloon ist wahrscheinlich der berühmteste der Stadt und verfügt über eine besondere Innenausstattung mit Mosaiken, Holzornamenten und antiken Möbeln. Wir trinken zum Abschluss einen Whiskey im The Points und fallen mit vielen schönen Eindrücken aus Belfast ins Bett. 

Belfast
Foto: Jake Terry

Die Stadt in Nordirland hat uns sehr gut gefallen. Mit den vielen Sehenswürdigkeiten, besonderen Gebäuden und charaktervollen Pubs lässt sich dort mit Leichtigkeit ein wunderbarer Tag, gefüllt mit unvergesslichen Eindrücken und Erfahrungen verbringen. Die mystische Hauptstadt Nordirlands ist definitiv einen Besuch für jeden wert, der die Natur, authentische Menschen und eindrucksvolle Bauten sowie gutes Essen und das charakteristische Guinness zu schätzen weiß. Wir werden auf jeden Fall bei der nächsten Gelegenheit Belfast einen weiteren Besuch abstatten.

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