Share

Travel

Rachel Entrekin gewinnt Ultramarathon Cocodona 250 als Frau vor allen Männern

Rachel Entrekin schreibt Ultramarathon-Geschichte

407 Kilometer, kaum Schlaf und ein historischer Sieg: Die US-Amerikanerin Rachel Entrekin hat beim legendären Cocodona 250 ein neues Kapitel im Ultralauf-Sport geschrieben. Die 34-Jährige gewann nicht nur die Frauenwertung des Extremrennens durch Arizona, sondern setzte sich erstmals auch gegen sämtliche männlichen Teilnehmer durch, ein Meilenstein in der Geschichte des Rennens.

Historischer Gesamtsieg beim härtesten Ultramarathon der USA

Der Cocodona 250 gilt als einer der brutalsten Ultraläufe weltweit. Die Strecke führt über rund 407 Kilometer von Black Canyon City bis nach Flagstaff durch die extremen Landschaften Arizonas – vorbei an Wüstenabschnitten, dichten Wäldern und anspruchsvollen Bergpassagen. Mehr als 12.000 Höhenmeter, enorme Temperaturschwankungen und tagelanger Schlafentzug verlangen den Athleten alles ab.

Rachel Entrekin meisterte diese Herausforderung in beeindruckender Manier. Nach 56 Stunden, 9 Minuten und 48 Sekunden erreichte sie als erste Läuferin überhaupt die Ziellinie vor dem gesamten Starterfeld – schneller als alle Männer. Gleichzeitig stellte sie einen neuen Streckenrekord auf und unterbot die bisherige Bestzeit um mehr als zweieinhalb Stunden.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von RUN (@outside_run)

Kaum Schlaf, maximale Leistung

Besonders bemerkenswert: Während des gesamten Rennens gönnte sich Entrekin insgesamt lediglich 19 Minuten Schlaf. Die Profi-Trailläuferin absolvierte die Mammutdistanz über drei Tage und zwei Nächte nahezu ohne Pause. Erst bei Kilometer 320 legte sie einen kurzen fünfminütigen Schlafstopp an einer Versorgungsstation ein. Später folgten zwei weitere Mini-Pausen von jeweils sieben Minuten direkt am Streckenrand. Für Außenstehende kaum vorstellbar – für Elite-Ultraläufer jedoch Teil einer extremen Rennstrategie.

Trotz völliger Erschöpfung hatte Entrekin auf den letzten Metern sogar noch Energie für einen Schlusssprint. Im Ziel überwältigten sie schließlich die Emotionen. Jubel, Erleichterung und Tränen machten deutlich, welche mentale und körperliche Ausnahmeleistung hinter diesem Erfolg steckt.

Warum Frauen im Ultralauf immer stärker werden

Nach ihrem historischen Triumph erklärte Entrekin, dass bei extrem langen Rennen weit mehr als reine Muskelkraft entscheide. Gerade mentale Stärke, Stressresistenz und die Fähigkeit, auch in Krisen positiv zu bleiben, seien oft ausschlaggebend. Die ehemalige Physiotherapeutin, die heute als professionelle Trailrunnerin unterwegs ist, setzt dabei bewusst auf mentale Kontrolle statt auf Perfektionismus. Ihr Training basiert weniger auf strengen Leistungsdaten oder minutiösen Trainingsplänen.

Stattdessen verlässt sie sich bei ihren wöchentlichen Laufumfängen von bis zu 130 Kilometern stark auf ihr Körpergefühl. Damit steht sie exemplarisch für eine Entwicklung im Ultralauf-Sport: Frauen spielen bei Extremdistanzen zunehmend auch in den Gesamtwertungen ganz vorne mit.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von RUN (@outside_run)

Courtney Dauwalter erneut in der Weltspitze

Hinter Entrekin sorgte auch Ultra-Legende Courtney Dauwalter erneut für ein starkes Ergebnis. Die mehrfach ausgezeichnete US-Amerikanerin belegte beim Cocodona 250 Platz sechs der Gesamtwertung und wurde Zweite bei den Frauen.

Dauwalter zählt seit Jahren zu den größten Namen der Trailrunning-Szene. Siege bei Rennen wie dem UTMB, dem Hardrock 100 oder Western States 100 haben sie längst zur Ikone des Sports gemacht. Ihre Zeit beim diesjährigen Cocodona 250 war die zweitschnellste, die jemals eine Frau auf dieser Strecke gelaufen ist. Im Ziel wurde sie ausgerechnet von Rachel Entrekin empfangen und herzlich umarmt, ein emotionaler Moment zweier Ausnahmeathletinnen.

Ernährung als Schlüssel zum Erfolg

Neben mentaler Stärke spielt bei Ultraläufen auch die richtige Energieversorgung eine entscheidende Rolle. Über mehr als 50 Stunden hinweg müssen Athleten kontinuierlich Kalorien zuführen, um leistungsfähig zu bleiben. Entrekin setzte während des Rennens auf eine Mischung aus Energie-Gels, Reis, Brühe, Süßigkeiten, und Kartoffelpüree. Gerade bei extremer Belastung falle das Kauen zunehmend schwer, erklärte sie später. Kartoffelpüree sei deshalb ideal: leicht verdaulich, energiereich und unkompliziert aufzunehmen.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von RUN (@outside_run)

Ein Sieg für die Geschichtsbücher

Rachel Entrekin hatte bereits in den vergangenen Jahren beim Cocodona 250 überzeugt. 2023 gewann sie die Frauenwertung und belegte Rang elf im Gesamtklassement. 2024 verbesserte sie sich auf Platz vier. Nun folgte der ganz große Durchbruch. Mit ihrem Gesamtsieg setzte sie ein starkes Zeichen für den gesamten Ultralauf-Sport, und bewies eindrucksvoll, dass mentale Stärke, Strategie und Durchhaltevermögen auf den längsten Distanzen oft wichtiger sind als pure Physis.

Noch bemerkenswerter: Nach einigen Stunden Schlaf kehrte Entrekin zurück an die Strecke, um andere Läufer auf ihren letzten Kilometern anzufeuern. Während viele Teilnehmer bis zum offiziellen Zeitlimit von 125 Stunden kämpften, hatte sie das Rennen bereits in weniger als der Hälfte der maximal erlaubten Zeit beendet.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von RUN (@outside_run)

Geschäftsbedingungen

Gib bitte deine Email Adresse an, damit wir dich mit News, Updates und den neuesten Angeboten versorgen können. Falls du nicht mehr interessiert bist, kannst du dich jederzeit abmelden. Wir geben deine Daten nicht an Dritte weiter und werden dir nur Nachrichten schicken, die dich auch interessieren. Versprochen!

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production