Outdoor-Urlaub mit Hund: So bereitest du deinen Vierbeiner richtig vor
Trekking, Camping, Wandern: Mit diesen Tipps von Hundetrainer Christian Falk wird der Outdoor-Urlaub mit Hund entspannt
Ob Wanderurlaub in den Alpen, Trekkingtour durch den Schwarzwald oder Camping am See, immer mehr Hundebesitzer:innen möchten ihre Abenteuer gemeinsam mit ihrem Vierbeiner erleben. Kein Wunder: Bewegung an der frischen Luft, gemeinsame Erlebnisse und neue Umgebungen stärken die Bindung zwischen Mensch und Hund. Doch damit der Outdoor-Urlaub mit Hund wirklich entspannt verläuft, braucht es eine gute Vorbereitung.
Denn lange Wanderungen, Wildtiere, wechselnde Schlafplätze und neue Geräusche bedeuten für Hunde körperliche und mentale Herausforderungen. Hundetrainer Christian Falk erklärt im Interview, worauf Halter:innen achten sollten, wie Hunde optimal vorbereitet werden und warum Wasser, Ruhe und die richtige Ernährung unterwegs entscheidend sind.
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Christian Falk, wie lässt sich ein Hund mental und körperlich auf Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Trekking oder Camping vorbereiten, ohne ihn zu überfordern?
Wir müssen uns vorab überlegen, welche Reize dem Hund am Reiseziel begegnen werden. Konkret bedeutet das: Wenn mein Urlaub in Tirol Wanderungen beinhaltet und wir dort möglicherweise auf Wildtiere treffen, ist eine sinnvolle Vorbereitung, längere Waldspaziergänge zu unternehmen.
Wenn der alltägliche Waldspaziergang normalerweise nur eine halbe Stunde dauert, im Urlaub aber eine vierstündige Wanderung geplant ist, sollte die Dauer der Spaziergänge in den Wochen davor schrittweise gesteigert werden. Ähnlich wie bei der Vorbereitung auf einen Halbmarathon oder Marathon kann dafür ein Trainingsplan erstellt werden.
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Welche Faktoren können bei einem Outdoorurlaub auftreten und die Reise mit Hund erschweren?
Jeder Hund ist ein Jäger, daran denken viele nicht. Viele glauben, ein Hund habe nur dann einen Jagdtrieb, wenn er ein Jagdhund ist. Das stimmt so nicht. Jeder Hund trägt diesen Instinkt in sich. Worauf wir achten sollten, sind die ersten Anzeichen wie das Erspähen potenzieller Beute.
Es ist eine phänomenale Leistung, wenn ein Hund irgendwo in der Weite des Waldes ein Tier entdeckt und es trotzdem schafft, kurz stehen zu bleiben und es nur anzuschauen. Schon allein dieses Stehenbleiben und Erschnüffeln können wir unterstützen. Lob und Futter sind hier genau richtig.
So fördern wir, dass der Hund trotz der Wahrnehmung eines potenziellen Beutetiers nicht lospirscht. Das lässt sich auch gut in den Alltag integrieren: Die Wahrnehmung anderer Gerüche oder potenzieller Jagdbeute kann von uns positiv, kooperativ und freundlich mit Lob und Futter begleitet werden. Das ist eine gute Vorbereitung für eine spätere vierstündige Wanderung.
Hundetrainer Christian Falk
Wie sollten Trink- und Futterpausen bei mehrtägigen Trekkingtouren mit Hund eingeplant werden, und was ist dabei besonders wichtig?
Wenn ich mehrtägige Wanderungen mit meiner Hündin mache, habe ich eine ungefähre Kalorienmenge pro Tag im Kopf, die sie bekommt. Ich berechne das etwa so: Betreibt der Hund im Vergleich zum Alltag doppelt so viel Aktivität, kann man ungefähr die doppelte Kalorienmenge geben.
Natürlich ist die Grundversorgung bereits enthalten, also die Energie, die Herz, Kreislauf, Gehirn und alles andere benötigen, selbst im Schlaf. Das bedeutet, die doppelte Menge wäre theoretisch zu viel. Aber für eine Wanderung von fünf bis sechs Tagen ist es durchaus sinnvoll, wenn der Hund zeitweise einen kleinen Kalorienüberschuss hat.
Pausen sind ebenfalls wichtig, wobei es beim Hund vor allem darauf ankommt, dass er wirklich zur Ruhe kommt. Aber das Thema Wasser ist sogar noch entscheidender als die Pause selbst. Wir müssen sicherstellen, dass der Hund jederzeit trinken kann. Entweder, weil wir durch eine gute Routenplanung ständig an einem frischen Fluss oder Bach entlanglaufen, das ist übrigens meine erste Wahl, oder indem wir ausreichend Wasser mitnehmen.
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Hast du ein bestimmtes Futter, welches du bei mehrtägigen Wanderungen nutzt?
Bei mehrtägigen Wanderungen habe ich immer verschiedene, kalorienreiche Snacks dabei: Ich nehme mein ganz normales RINTI-Trockenfutter Rind sowie die RINTI Chicko’s Hähnchenstreifen oder Hähnchenwürfel mit Käse mit. Diese sind fetthaltiger und liefern dem Hund besonders konzentrierte Energie. Abgesehen davon, dass der Hund natürlich supergut hört, weil das Futter so hochwertig und lecker ist. Solche Snacks sind eben immer etwas Besonderes.
Ich persönlich nehme grundsätzlich lieber etwas mehr Futter mit, damit ich auf alles vorbereitet bin. Wenn eine Wanderung zum Beispiel zwei Stunden länger dauert als geplant, kann ich die Futtermenge entsprechend spontan anpassen. Viel schlimmer ist die Vorstellung, unterwegs zu wenig Futter für den Hund zu haben, während er mit einem durch die Berge wandert. Da bin ich deutlich entspannter, wenn ich zu viel eingepackt habe.
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Welche Tipps helfen, damit ein Hund beim Camping trotz nächtlicher Wildtier-Reize zur Ruhe kommt?
Beim Camping im Auto, im Wohnmobil, im Bulli oder in ähnlichen Fahrzeugen haben wir einen klaren Kontext, den wir schon vor dem Urlaub sehr positiv aufbauen können. Dieser Ort kann für den Hund ein sicherer Rückzugsort sein. Dieses Training lässt sich gut in den Wochen vor dem Urlaub umsetzen. Wir können das Campingfahrzeug gezielt als Ruheort etablieren. Der Hund schläft dort vielleicht schon einmal, oder wir verbringen sogar eine Nacht gemeinsam mit ihm im Campingauto, damit ihm die Umgebung vertraut wird.
Beim Zelten ist das etwas schwieriger, aber auch hier lässt sich einiges vorbereiten. Wenn wir die Möglichkeit haben, bauen wir das Zelt vor der Reise schon einmal auf. Darin legen wir zum Beispiel eine Decke aus, die der Hund aus seinem Körbchen zu Hause kennt und die bereits positiv mit Ruhe und Entspannung verknüpft ist.
Über diesen vertrauten Geruch kann der Hund sein Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden auch ins Zelt übertragen. Im Zelt sind Außenreize natürlich akustisch stärker wahrnehmbar, was die Situation etwas herausfordernder macht. Wenn der Hund das Zelt jedoch schon einmal positiv erlebt hat, zum Beispiel im eigenen Garten, fällt ihm dieser Kontextwechsel meist deutlich leichter.
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Was gehört unbedingt in eine gut ausgestattete Reiseapotheke für den Hund?
Ich würde empfehlen, das Thema nicht unnötig zu verkomplizieren. Der Markt für Erste-Hilfe-Sets für Tiere, insbesondere für Hunde und Katzen, ist inzwischen sehr gut aufgestellt. Es ist daher nicht notwendig, sich im Detail zu überlegen, wie eine Reiseapotheke aussehen sollte oder was hineingehört. Solche Sets sind ähnlich aufgebaut wie ein Erste-Hilfe-Koffer für Menschen, allerdings mit einigen sinnvollen Anpassungen.
In der Regel enthalten sie alles Wichtige, etwa Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen sowie Material zur Versorgung von Schnitt- oder Brandwunden. Solche Verletzungen können im Alltag oder auf Reisen leider immer wieder vorkommen.
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Checkliste: Outdoor-Urlaub mit Hund
Vor der Reise:
Belastung langsam steigern: Spaziergänge und Touren in den Wochen vor dem Urlaub schrittweise verlängern.
Waldspaziergänge gezielt nutzen: Regelmäßige Waldgänge bereiten auf Wildgerüche, Geräusche und Sichtreize vor.
Ruheort vorbereiten: Campingauto, Wohnmobil, Zelt oder Hundedecke vorab positiv als Rückzugsort aufbauen.
Wasser einplanen: Routen mit frischen Wasserstellen wählen oder ausreichend Wasser für den Hund mitnehmen.
Unterwegs:
Futtermenge an Aktivität anpassen: Bei längeren Touren mehr Futter und kalorienreiche Snacks einplanen.
Pausen bewusst einlegen: Pausen sollten dem Hund nicht nur Versorgung, sondern echte Ruhe ermöglichen.
Schlafplatz vertraut gestalten: Eine bekannte Decke oder vertraute Gerüche geben Sicherheit.
Jagdverhalten früh erkennen: Fixieren, Wittern oder Anspannen wahrnehmen und ruhiges Verhalten belohnen.
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