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Outdoor

Wildwasser-Rafting: Die wichtigsten Grundlagen für Einsteiger

Hier erfährst du als Anfänger die Basics rund um das Thema Wildwasser-Rafting

Wildwasser-Rafting zählt zu den verrücktesten Wassersportarten im Outdoor-Bereich. Die Idee, mit einem aufgeblasenen Gummiboot einen reißenden Fluss stromabwärts zu fahren, dabei an Steine anzuecken und Wasserfälle hinabzustürzen, klingt schon nach Nervenkitzel. Hier erfahrt ihr, warum der Sport nicht nur den Experten vorbehalten ist.

Wildwasser-Rafting bringt einen ordentlichen Adrenalinkick, indem du mit einer Gruppe von ähnlichen Charakteren gegen das Beste, was die Natur zu bieten hat, ankämpfst. Es ist ein intensives Erlebnis und schweißt Gruppen eng zusammen. Während es bei den meisten Actionsportarten um den einzelnen Athleten geht, der sich ans Limit pusht, dreht sich beim Rafting alles um das gemeinsame Momentum, die Freude und den Erfolg im Team zu teilen.

Rafting mit deinen Kumpels erhöht den Adrenalinpegel  – Foto: iStockphoto.com

Zusätzlich zum Nervenkitzel kann man in Verbindung mit einem Rafting-Trip die Natur aus einem neuen Blickwinkel erleben. Das Wildwasser-Rafting bringt dich an Plätze, die ohne Boot unerreichbar sind und die nur wenige Menschen zu sehen bekommen.

Diese Mischung aus Gefahr, beeindruckenden Landschaften und Teamwork macht den Reiz aus, der das Rafting bereits seit über 200 Jahren belebt. Wenn du also nach einer Alternative für den Jungessellenabschied für deinen sportaffinen Kumpel bist, oder einfach ein paar Freunde hast, die leicht zu motivieren sind, solltest du unbedingt mal zum Raften gehen. Hier erfährst du als Anfänger alles, was du darüber wissen solltest.

Wie entwickelte sich das Wildwasser-Rafting?

Die ersten Rafter verwendeten Holz- statt Gummiboote – Foto: iStockphoto.com

Rafting startete im Jahre 1811, als eine Gruppe von Entdeckern sich dazu entschied, auf Holzbooten den Snake River in Wyoming zu paddeln. Die Expedition war jedoch nicht Erfolg geprägt und so dauerte es bis 1840, als Lt. John Fremont und Horace H. Day ein Gummiboot bauten, das die Stöße von Felsen im Fluss absorbieren konnte.

Die Boote erfreuten sich bei Wissenschaftlern großer Beliebtheit, die diese für Forschungsreisen verwendeten. In den 1950er Jahren gab es dann nach dem zweiten Weltkrieg einen Überschuss an Gummibooten und kommerzielle Trips zum Wildwasser-Rafting verbreiteten sich. In den 1970er Jahren wurde dann der White Water Kayak Slalom olympisch, von dem auch das Rafting stark profitierte. Im Jahr 1997 wurde die internationale Rafting Federation gegründet, um das den Sport auf der ganzen Welt repräsentieren zu können. Heute ist Wildwasser-Rafting so beliebt, dass auch in deiner Nähe der Teamsport angeboten wird.

Aus welchem Material besteht ein Boot beim Wildwasser-Rafting und wie funktioniert es?

Boote für Wildwasser-Rafting werden mit mehreren Luftkammer konstruiert – Foto: iStockphoto.com

Boote für Wildwasser-Rafting gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie können für zwölf Personen oder mehr gebaut werden. Die normale Gruppengröße beträgt jedoch ca. 6-8 Paddler plus einem Guide, der am Heck sitzt. Die Boote werden im Normalfall aus synthetischem Material wie robustem Urethan hergestellt, die den Zusammenstoß mit Steinen überstehen. Mehrere Luftkammern sorgen dafür, dass das Boot noch genügend Auftrieb hat, falls eine bei einem Aufprall kaputtgehen sollte.

Die meisten Raftig-Boote weisen ein ähnliches Design auf mit aufgebogener Spitze und Heck. Aufblasbare Schläuche bilden die Reling des Bootes; darauf sitzen auch die Rafter. Im Boot gibt es Vorrichtungen, an denen die Rafter ihre Füße für einen besseren Halt fixieren zu können.

Ein erfahrener Guide ist Pflicht bei einer Rafting-Tour – Foto: iStockphoto.com

Der Gude ist die erfahrenste Person an Bord und hat meist ein längeres Paddel, mit dem er das Boot durch den Fluss lenkt. Die Aufgabe des Guides ist es, das Boot sicher durch den Fluss zu navigieren und den Mitfahrern Kommandos zu geben, wann sie die Paddel einsetzen müssen, um durch die Strömungen zu kommen. Die Rafter sind mit kürzeren Paddeln ausgestattet und arbeiten zusammen.

Welche Zielgruppe hat Wildwasser-Rafting?

Wildwasser-Rafting ist ein Sport, den nahezu jeder machen kann – Foto: iStockphoto.com

Die meisten Teilnehmer einer Gruppe werden wenig bis keine Erfahrungen haben. Man verlässt sich auf das Wissen des Guides. Also muss man sich keine Sorgen machen, wenn die übrige Besatzung eine Ahnung hat. Für Klasse 4 (siehe unten) und aufwärts sollte dann aber doch Vorerfahrung vorhanden sein.

Egal auf welchem Fluss du dich befindest, die Chancen, dass du ins Wasser fällst, sind relativ hoch. Man muss nicht unbedingt ausgezeichnet schwimmen können, da Schwimmwesten getragen werden, doch man sollte in der Lage sein, im Wasser eine sichere Position einnehmen zu können. Das bedeutet, der Rücken zeigt nach unten und die Beine sind nah an der Oberfläche und flussabwärts gerichtet, um sich von Steinen etc. abdrücken zu können. Zum Raften sollte man auch fit sein, denn die Sportler verbrennen in der Stunde ca. 300 Kalorien.

Wie hart ist Wildwasser-Rafting?

Jeder Fluss verfügt über eine Schwierigkeitseinstufung, sodass man ziemlich genau weiß, was einen erwartet – Foto: iStockphoto.com – M.Torres

Die Schwierigkeitseinstufung basiert auf der Navigation durch den Fluss. Die Flüsse weltweit werden normalerweise nach der International Scale of River Difficulty bewertet. Das ist ein in Amerika entwickeltes System, bei dem 1 der einfachste und 6 der schwierigste Grad ist.

Klasse I: Einfach – Schneller Flusslauf mit ein paar Hindernissen

Klasse II: Neuling – Schneller Fluss mit weiten, klaren Channels. Es gibt ein paar Hindernisse, für die man manövrieren muss, diesen kann man jedoch leicht ausweichen.

Klasse III: Zwischenliegend – Schneller Flusslauf mit Walzen, die nur schwer zu vermeiden sind. Es sind Strömungen zu finden und es wird Expertise verlangt, um sicher durch anspruchsvolle Sektionen des Flusses zu kommen.

Klass4 IV: Fortgeschritten – Intensive, aber vorhersehbare Stromschnellen, die eine präzise und souveräne Steuerung verlangen. Moderates bis hohes Verletzungsrisiko für Leute, die im Wasser schwimmen. Gefährliche Hindernisse, große Wellen und enge Schneisen. Erfahrung wird wärmstens empfohlen.

Klasse V: Experte – Sehr heftige Stromschnellen und komplexe Routen, die alles abverlangen. Gutes Equipment, viel Erfahrung und Rettungsmanöver sind unumgänglich. Es herrscht ein großes Verletzungsrisiko für Menschen im Wasser und eine Rettung kann sich schwierig gestalten.

Klasse VI: extreme Stromschnellen – unvorhersehbar und gefährlich. Nur für Experten-Teams, Versagen kann ernste Konsequenzen nach sich ziehen, Rettungen heikel sein.

Wenn du im Grand Canyon zum Raften gehst, solltest du dich auf eine andere Schwierigkeitseinstufung gefasst machen. Dort geht die Skala von 1-10. 10 entspricht der internationalen 5.

Welche Ausrüstung wird zum Wildwasser-Rafting benötigt?

Neben einem Boot und dem Paddel ist das Equipment zum Raften relativ simpel. Es geht hauptsächlich darum, dich warm zu halten und sicherzustellen, dass du nicht untergehst. Wenn man mit einem Guide loszieht, sollte man die ganze Ausrüstung zur Verfügung gestellt bekommen. Falls du allein unterwegs bist, findest du hier die nötige Ausrüstung.

Neoprenanzüge sollten dich warm halten, dir aber auch noch genügend Bewegungsfreiheit geben – Foto: iStockphoto.com

Neoprenanzug – Wenn du nicht gerade in den Tropen mit wenig Wind auf dem Fluss fährst, wirst du diesen benötigen. Der Wetsuit sollte dick genug sein, um dich warm zu halten, aber nicht so dick, dass er reibt und ungemütlich beim Paddeln ist. Ein 4/3mm Anzug ist eine gute Dicke. Im Sommer reicht bei uns auch ein 3/2mm.

Schuhe – Hier gibt es ein paar Optionen. Viele Tour-Guides werden dir sagen, dass du alte Turnschuhe mitbringen sollst. Wenn das so ist, achte drauf, dass die Schuhe Schutz und einen guten Grip bieten, sodass man auf rutschigen Steinen laufen kann. Das wird notwendig, wenn man das Boot zum Wasser bringt und am Ende der Tour wieder aus dem Fluss holt.

Die zweite Option sind Neoprenschuhe. Diese haben nicht den optimalen Schutz und Grip, halten dich aber warm. Dabei sollten 5mm Schuhe mit einer guten Sohle definitiv ausreichen.

Schwimmweste – Achte darauf, dass die Schwimmweste gut sitzt sie und die Bewegungen nicht einschränkt. Je nach Körpergewicht, Geschlecht und Größe hat die Weste einen andern Auftrieb, daher ist beim Kauf unbedingt Augenmerk auf die Passform zu legen.

Helm – Mit den Felsen und Paddeln kann es schnell passieren, dass man etwas an den Kopf bekommt. Deshalb wird ein Helm benötigt, der robust genug für die Ansprüche beim Raften ist. Helm,e für Wildwasser-Rafting werden in vielen verschiedenen Ausführungen angeboten.

Rafting in der Nähe?

Vor allem in den Alpen tummeln sich viele Anbieter, die Rafting-Touren für jedermann anbieten. Die Gebirgsflüsse bieten dafür ideale Bedingungen. Vor allem im Frühling, wenn die Schneeschmelze beginnt, führen die Flüsse sehr viel Wasser, sodass das Raften zu einem wahren Abenteuer wird! Beliebte Flüsse sind beispielsweise die Iller oder der Inn.

Raften rund um den Globus

Wildwasser-Rafting nimmt dich mit zu beeindruckenden Locations wie den Grand Canyon National Park – Foto: iStockphoto.com

Der Sport hat in Amerika seine Wurzeln und ist dort immer noch sehr beliebt, also kann man dort entsprechend gut starten. Es bietet sich der Colorado River an, der durch den Grand Canyon fließt oder du paddelst auf dem Snake River, dort, wo alles begann.

Auch das Actionsport-Paradies Neuseeland sollte unbedingt auf deiner Liste stehen, denn dort gibt es unglaublich schöne Flüsse, die das beste aus Landschaft und Nervenkitzel vereinen. Der Rangitikei und der Shotover zählen dort zu den zwei geeignetsten Flüssen.

Wenn du nach etwas noch Verrückterem Ausschau hältst, dann sollte Raften in Zimbabwe das Richtige für dich sein. Dort kannst du im Zambezi River durch die Batoka Gorge und 23 Stromschnellen unterhalb der Victoria-Wasserfälle paddeln.

Text: Lindsay Walsh

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