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Outdoor

Bergsteigen | Ein Leitfaden mit den Basics zur AusrĂĽstung

Du interessierst dich für Bergsteigen, benötigst aber noch passendes Material? Kein Problem, im Guide findest du die wichtigsten Antworten

Das Equipment besteht aus Schuhen, Handschuhen, Jacke und anderen Dingen, die in der Kälte unverzichtbar sind – Foto: iStock
von Nina Zietman

Die erste AusrĂĽstung zum Bergsteigen auszusuchen, kann relativ schwierig sein. Da es mehrere Disziplinen im Bergsport gibt, kommt es auch immer darauf an, wo dein Ziel liegt und wie lang du unterwegs bist.

Benötigst du eine geeignete Ausrüstung für einen Wochenendtrip, eine Klettetour in den Alpen, oder für eine einmonatige Expedition in Nepal?

Auch wenn du gerade erst mit dem Sport beginnst, ist es immer wichtig, passend gekleidet zu sein, wenn es in die Berge geht. Egal ob du die AusrĂĽstung kaufst, oder von einem Freund leihst, achte darauf, dass sie warm, wasserdicht und passgenau ist.

Schichten sind der Schlüssel zur richtigen Ausrüstung beim Bergsteigen. Viele dünne Schichten übereinander zu tragen, hält wärmer als ein dicker Overall. Wenn es wärmer oder kälter wird, kannst du so weitere Schichten aus- bzw. anziehen.

Das Schichtensystem besteht aus folgenden Komponenten:

  • Baselayer
  • leicht isolierender Jumper
  • Jacke mit mittlerer Isolation
  • Hardshell-Jacke
  • Parka (abhängig von Region/Höhe)

Baselayer zum Bergsteigen

Merino Baselayer sind auf jeder Tour gut, denn sie dämmen das Schwitzen ein – Foto: Ortovox

Baselayer bilden die Grundlage, wenn du dich für eine Tour anziehst. Der Schlüssel ist, Unterwäsche aus Bauwolle zu meiden, denn der Stoff nimmt den Schweiß auf und fühlt sich zu schnell klamm an.

Das Beste ist ein Material wie Merino oder ein künstliches wie Polyester auszuwählen, weil es viel schneller trocknet als Baumwolle. Merinowolle hat zusätzlich den Vorteil einer natürlich- antibakteriellen Wirkung, sodass du sie mehrere Male tragen kannst, ohne den übermäßige Geruchsentwicklung.

Ortovox stellt sehr gute Baselayer aus Merino für Frauen und Männer in unterschiedlichen Farben her. Diese Teile sind nicht günstig, doch sie sind robust und halten warm, wenn du gegen die Elemente ankämpfst.

Leicht isolierender Jumper zum Bergsteigen

Mid-Layer zum Bergsteigen sollte warm und atmungsaktiv sein – Foto: The North Face

Als nächste Schicht solltest du eine leichte Isolation tragen. Das ist im Normalfall ein synthetisches Fleece. Es sollte dich warm halten, gleichzeitig aber auch atmungsaktiv sein. Die meisten Top-Outdoormarken werden Mid-Layer in ihrer Kollektion anbieten. The North Face hat sehr gute technische Fleece im Angebot, die mit zwei hochwertige Materialien verarbeitet werden.

Jacke mit mittlerer Isolation

Eine Jacke mit mittlerer Isolation ist ein Muss für jeden Bergsteiger – Foto: Haglöfs

 

Eine mitteldicke Isolation hält dich schön warm, ist aber nicht mehr so atmungsaktiv. Eine Daunenjacke aus synthetischen Materialien eignet sich dafür perfekt.

Der schwedische Hersteller Haglöfs produziert absolut empfehlenswerte Jacken – leicht, winddicht und viele Modelle können extrem klein gepackt werden, sodass man sie einfach im Rucksack verstauen kann, wenn man eine Schicht ausziehen muss.

Hardshell-Jacken zum Bergsteigen

Hardshell-Jacken wurden dafĂĽr designt, dich vor Unwettern effektiv zu schĂĽtzen – Foto: Arc’teryx

 

Hardshell-Jacken sind eine leichte, wasser- und winddichte Schicht. Die Hauptaufgabe des Shells ist es, dich unterwegs trocken zu halten. Sie sollte aus einem haltbaren wasserdichten Material wie Gore-Tex sein. Zusätzlich ist eine Kapuze immer praktisch, wenn das Wetter kippen sollte.

Arc’teryx produziert ein paar der besten Gore-Tex Hard Shell Jacken auf dem Markt mit kletterfreundlichen Features wie helmkompatiblen Kapuzen.

Parka als äußere Schicht

Bei Parkas variiert das Gewicht teils erheblich, je nachdem in welcher Höhe sie getragen werden soll – Foto: Rab

Wenn du planst, in extreme Höhen zu steigen, brauchst du noch eine zusätzliche Schicht, die mit Temperaturen über 6.000 Metern fertig wird.

Parkas sind groß, ziemlich sperrig, aber sehr warm. Normalerweise werden diese Jacken während Pausen am Berg getragen, um nicht auszukühlen. Rab verfügt über eine gute Auswahl an solchen Jacken, um in den Alpen zu klettern oder Polarexpeditionen in Angriff zu nehmen.

Hard- und Softshell-Hosen fĂĽr Bergsteiger

Softshell-Hosen für Bergsteiger eignen, wenn man bei alpinen Bedingungen klettert – Foto: Mountain Hardwear

Wenn man die untere Hälfte seines Köpers einkleidet, gilt dieselbe Regel wie auch be der oberen: Zwiebelprinzip mit Schichten übereinander. Zuerst Unterwäsche, dann ein Baselayer, als nächste Schicht eignet sich dann eine Softshell-Hose.

Diese Softshell-Hosen sind sehr gut zum Klettern und Bergsteigen geeignet, da sie aus dehnbarem Material gefertigt werden, welches genĂĽgend Bewegungsfreiheit bietet und dennoch atmungsaktiv und leicht isolierend wirkt.

Hardshell-Hosen werden dann ĂĽber die Softshells gezogen und sind der ultimative Schutz vor Wind und Wetter. Es ist ratsam, eine Hardshell-Hose mit ReisverschlĂĽssen an der Seite zu kaufen, denn diese Modelle sind leichter ĂĽber die Kletterschuhe zu ziehen, wenn es ordentlich schneit.

Mountain Hardwear hat eine gute Auswahl an solchen Hosen.

Boots zum Bergsteigen

Boots für Bergsteiger müssen unbedingt richtig gut passen – Foto: iStock

Welches Paar Schuhe du brauchst, hängt von dem Terrain ab, in dem du dich bewegen wirst. Die Wahl der richtigen Stiefel ist eine wichtige Entscheidung – wenn nicht sogar die wichtigste.

Auf welchem Untergrund bewegst du dich fort? Stein, Eis, Schnee? Gibt es viele vertikale Aufstiege oder lange Fußwege? Wird die Tour nur einen Tag oder eine Woche dauern? Wie kalt könnte es werden?

Es gibt drei Typen von Stiefeln zum Bergsteigen: Single Boots, Double Boots und Super Gaiter Boots.

Single Boots ist einfach ein Schuh, es gibt keinen Innenschuh oder ähnliches. Sie sind leicht und die beste Wahl, um über Felsen und Eis zu klettern. Für die meisten Gipfel in Europa ist das der richtige Schuh.

Double Boots bestehen aus zwei Teilen: einem Innenschuh und der äußeren Form. Sie sind schwerer und werden im Normalfall in kälteren Regionen verwendet, da sie mehr Wärme speichern. Den Innenschuh kann man herausnehmen und nach Touren separat trocknen.

Super Gaiter Boots sind ein Hybrid zwischen Single und Double Boots. Dieser Stiefel besteht aus einem Innenschuh und der äußeren Form, doch der ganze Schuh ist ein Teil, man kann also nichts herausnehmen. Diese Boots sind schön warm und wasserdicht, demnach besser als Single Boots bei kaltem und nassen Wetter und oft bedeutend leichter als Double Boots.

Wir würden euch empfehlen, diesen Teil der Ausrüstung auf jeden Fall bei einem Fachhändler vor Ort zu kaufen.

Handschuhe beim Bergsteigen

Handschuhe sollten warm und wasserdicht sein, sonst kommt schnell Frust auf – Foto: iStock

Wie auch der Rest sollten die Handschuhe nach den Bedingungen, in denen du unterwegs bist, ausgewählt werden. Die Handschuhe sollten auf jeden Fall warm und wasserdicht sein, denn logischerweise sind deine Hände wärmer, wenn sie trocken sind.

Du musst abwägen, wieviel Fingerspitzengefühl du noch durch die Handschuhe brauchst. Bei technischen Herausforderungen brauchst du mehr Bewegungsfreiheit. Wenn du nicht unbedingt Karabiner ein- und ausklicken musst und viele Knoten während deiner Expedition binden musst, ist jeder warme, wasserdichte Handschuh geeignet.

Wie bei der Kleidung sind auch bei den Handschuhe mehrere Schichten gut. Du wirst mehr als nur ein Paar Handschuhe brauchen, da eigentlich jeder Handschuh irgendwann mal nass wird.

Im den wärmeren Monaten des Jahres kannst du einen dünnen Fleece-Handschuh anziehen und darüber einen leicht isolierten, wasserdichten Handschuh. Im Winter brauchst du am besten einen warmen Fäustling.

Für mehr Infos über die passenden Handschuhe, lese den Artikel von Alpine Institute. 

Essentielle Accessoirs fĂĽr Bergsteiger

Es ist immer wichtig, die Auswahl der Ausrüstung an die Gegebenheiten anzupassen – Foto: iStock

Es gibt viele Accessoirs, die man auf eine Bergtour mitnehmen kann, wir zeigen euch aber nur die Basics.

Helm

Der Petzl bietet mit die besten Helme auf dem Markt – Foto: Petzl

Einen Helm zu tragen ist essentiell, wenn du im Gebirge unterwegs bist. Die Helme sind heutzutage deutlich leichter und komfortabler als noch vor 20 Jahren.

Was ist der Unterschied zwischen einem Helm für Bergsteiger und beispielsweise einem Fahrradhelm? Die Modelle für die Berge schützen dich ebenfalls vor Steingeröll, losen Gegenständen etc.

Einige der beliebtesten Kletterhelme sind von der Marke Petzl. Sie sind leicht mit vielen Schlitzen für ausreichende Belüftung und verfügen über einen magnetischen Verschluss, sodass man den Helm mit einer Hand öffnen und schließen kann.

Steigeisen für härtere Touren

Steigeisen werden im Winter auf härteren Touren benötigt, um nicht abzurutschen –  Foto: iStock

Steigeisen verleihen dir zusätzlichen Grip, damit rutschige Oberflächen bezwungen werden können. Wenn du eine Bergtour im Winter planst, sind diese Teile unumgänglich.

Steigeisen unterscheiden sich vor allem in ihrer Steifheit und Flexibilität. Für jede Art von Schuhen gibt es passende Steigeisen, sonst werden sie nicht optimal am Schuh halten.

B2-Schuhe sind eine gute Basis, denn sie sind für den Sommer und leichtere Schneetouren in niedrigen Höhen vorgesen, nicht aber für das Eisklettern. Auf B2-Schuhe passen C1- und C2-Steigeisen.

Für mehr Infos zu den Steigeisen solltest du dir diesen Artikel von Go Outdoors durchlesen.

Eispickel zum Bergsteigen

Der Kauf von Eispickeln hängt ab vom Terrain, in dem du klettern willst– Foto: iStock

Eispickel werden in der Regel von Eiskletterern oder Extrembergsteigern verwendet. Welchen Eispickel du brauchst, hängt wieder einmal von deiner Aktivität ab.

Ein Weg, um die richtige Größe der Eispickel zu bestimmen, ist der Test im Stand. Das Ende des Pickels sollte kaum den Boden berühren.

Ob du einen langen oder kurzen Eispickel nimmst, hängt von dem Gelände ab, indem du unterwegs bist. Generell ist der Eispickel kürzer, je steiler die zu bezwingende Wand ist.

Wir würde dir dringend raten, zunächst einmal die Technik auf einem Übungskurs zu erlernen, bevor du dich ins echte Gelände wagst. Dort kannst du auch ausprobieren, welcher Eispickel für dich in Frage kommt.

Weitere Accessoirs:

Karte

Kompass

Sonnencreme

Sonnenbrille

Labello

Strinlampe

Erste-Hilfe-Set

Wasserflasche

Feurerzeug

Taschenmesser

Duct Tape

Wenn du eine detaillierte Packliste suchst, dann schau doch mal hier vorbei: Ten Essentials.

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