Tag 3: Rentiere, Steigung und ein Sprung ins Eiswasser (ca. 22 km)
An Tag 3 passiert etwas, auf das ich seit Beginn des Trips gewartet habe. Rentiere! Morgens tauchen die ersten Tiere auf und plötzlich kommen alle aus ihren Zelten. Berta aus Spanien will unbedingt Elche sehen. Doch abgesehen von getrocknetem Elchkot wird das leider diesmal nichts. Dann müssen wir wohl nochmal wiederkommen.
Heute wartet der höchste Anstieg der Strecke auf uns. Wir sind etwas aufgeregt, und dann ist es schneller geschafft, als gedacht, wenn man einen Fuß vor den anderen setzt. Zwischen den Bergen liegt noch Schnee, darunter ziehen sich Flüsse durchs Tal. Jetzt könnten wir auch in Der Herr der Ringe sein.
Beim Wandern haben die Gedanken viel Zeit zum Schweifen, der Blick dagegen erstaunlich wenig. Der ist meist starr auf die eigenen Füße gerichtet, damit man nicht stolpert oder die Route verliert. Und wer zu lange stehen bleibt, darf anschließend zusehen, wie er die Gruppe wieder einholt.

Heute wandern wir etwas weiter als geplant, weil ein fettes Gewitter aufkommen soll. Wir campen an einem wunderschönen See und ich lasse mich von den anderen überreden, hineinzuspringen. Es ist genauso kalt, wie man es sich vorstellt, aber die einzige Dusche und deshalb Motivation genug! Danach fühlt sich der Körper für eine kurze Zeit wieder wie neu an.
Am Abend trommelt der Regen aufs Zelt. Neben mir schnarcht jemand. Aber in meinem Schlafsack ist es sehr kuschelig.