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Okawari, please! Bike Film Tour 2026

Travel

Paul Ingram und Josh Tippett über ihren Bikepacking-Film „Okawari, please!“

„Mit dem Fahrrad erlebt man ein Land ganz anders“

Bikepacking, Kultur und Essen, der Film Okawari, please! verbindet gleich mehrere Leidenschaften. Für ihre erste große Bikepacking-Tour reisen Paul Ingram und Josh Tippett nach Japan und fahren von Kagoshima bis nach Tokio. Unterwegs erkunden sie vor allem das ländliche Japan, fernab der großen Touristenrouten. Gleichzeitig tauchen sie tief in die japanische Küche ein.

Okawari, please! Bike Film Tour 2026

Für Josh ist die Reise mehr als nur ein Abenteuer auf zwei Rädern. Er plant zu Hause in Helsinki ein japanisches Restaurant zu eröffnen und nutzt die Tour, um regionale Spezialitäten kennenzulernen und Inspiration für seine eigene Küche zu sammeln. Bei der Bike Film Tour Premiere in München haben wir mit den beiden über ihre Reise, japanisches Essen und die besondere Art des Reisens mit dem Fahrrad gesprochen.

Paul Ingram und Josh Tippett

Ihr kennt euch schon länger und habt bereits mehrere Abenteuer zusammen erlebt. Wie hat eure gemeinsame Geschichte begonnen?

Paul: Wir kennen uns schon ziemlich lange. Wir haben vorher schon mehrere Abenteuer zusammen gemacht. 2015 sind wir zum Beispiel den Appalachian Trail gelaufen und 2017 den Continental Divide Trail. Dadurch haben wir schon früh gemerkt, dass wir gut zusammen unterwegs sein können.

Josh: Wir leben mittlerweile beide seit einigen Jahren in Helsinki und unsere gemeinsamen Touren sind über die Jahre einfach gewachsen.

Okawari, please! Bike Film Tour 2026

Hattet ihr bei diesen Reisen schon immer eine Kamera dabei?

Paul: Wir beide kommen ursprünglich aus der Fotografie. Für mich ist das auch Teil meines Berufs, während Josh eher aus Spaß fotografiert. Bei solchen Projekten ergänzen wir uns ganz gut. Ich kümmere mich oft um die Planung, Ideen und Logistik eines Projekts und überlege mir, wie daraus ein Film entstehen kann.

Wie kam es zur Idee, für eure nächste große Tour nach Japan zu reisen?

Josh: Die Idee war eigentlich ziemlich klar: Wir wollten Japan erkunden, aber nicht nur als klassische Reise. Mich hat vor allem die japanische Küche interessiert. Ich plane zu Hause ein japanisches Restaurant zu eröffnen, deshalb wollte ich unbedingt mehr über regionale Gerichte und lokale Zutaten lernen.

Paul: Wir dachten, dass das Fahrrad die perfekte Art ist, ein Land wirklich zu erleben. Wenn du langsam unterwegs bist, siehst du viel mehr, als wenn du mit dem Auto reist. Gleichzeitig hast du nach einem langen Tag auf dem Rad natürlich auch einen ziemlich großen Appetit.

Wie lange wart ihr unterwegs?

Paul: Insgesamt waren wir etwa acht Wochen in Japan. Davon waren wir ungefähr einen Monat tatsächlich mit dem Fahrrad unterwegs. Den Rest der Zeit haben wir uns bewusst genommen, um in bestimmten Städten zu bleiben, Restaurants zu besuchen und mit Menschen zu sprechen.

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Was war das Spannendste, das ihr kulinarisch entdeckt habt?

Josh: Ich wollte unbedingt mehr über Yakitori lernen, also die japanischen Grillspieße. Aber das vielleicht interessanteste Gericht, das wir entdeckt haben, war etwas völlig anderes: Funazushi.

Dabei handelt es sich um eine sehr alte regionale Spezialität aus der Gegend um den Biwa-See, nördlich von Kyoto. Man nimmt Süßwasserkarpfen mit Rogen, stopft sie mit Reis, salzt sie und lagert sie dann zwei Jahre lang unter Wasser. Danach wird der Fisch extrem dünn aufgeschnitten.

Der Geschmack ist unglaublich intensiv, fast wie ein sehr kräftiger Käse. Sehr fermentiert, sehr stark. Das war wahrscheinlich das ungewöhnlichste Essen, das wir auf der Reise probiert haben.

Kommt so etwas auch auf deine Restaurantkarte?

Josh: Vielleicht nicht genau dieses Gericht. Es war eine tolle Erfahrung, aber ich glaube nicht, dass ich es ständig essen müsste. Aber wir haben definitiv viele neue Geschmacksrichtungen entdeckt, die ich später verwenden möchte. Besonders beim Yakitori habe ich viel gelernt – über Techniken, Aromen und darüber, was gutes Yakitori wirklich ausmacht.

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Wie sah eure tägliche Etappe auf dem Rad aus?

Paul: Die Distanzen waren eigentlich moderat. Meistens zwischen 50 und 100 Kilometern am Tag. Das ist gut machbar, vor allem wenn man Zeit hat.

Josh: Wir haben im Winter in Helsinki trainiert. Natürlich kann man dort im Januar kaum draußen fahren, also waren wir viel im Fitnessstudio auf Spinning-Bikes.

Was macht Bikepacking für euch als Reiseform so besonders?

Paul: Für mich ist das Fahrrad ein perfektes Transportmittel. Es ist schneller als Wandern, aber gleichzeitig langsam genug, um wirklich etwas von der Umgebung wahrzunehmen. Du bist näher an den Menschen, an der Landschaft und an dem, was um dich herum passiert.

Josh: Genau das war auch unsere Erfahrung in Japan. Man bewegt sich durch das Land und nimmt alles intensiver wahr.

Okawari, please! Bike Film Tour 2026

Wie war Japan als Bikepacking-Destination?

Paul: Überraschend angenehm. Wir hatten nicht einen einzigen Platten während der gesamten Tour. Die Straßen sind unglaublich sauber.

Josh: Auch der Verkehr war sehr respektvoll. Wir hatten kaum kritische Situationen.

Ein weiterer Vorteil sind die Convenience Stores, die es praktisch überall gibt. Alle paar Kilometer findest du einen Laden mit Essen, Snacks oder heißen Getränken. Einmal sind wir bei kaltem Wetter von einem Berg heruntergefahren und waren komplett durchgefroren. Und plötzlich stand da eine Verkaufsmaschine mit heißen Getränken – genau das, was wir brauchten.

War die Reise auch mental eine große Herausforderung?

Paul: Eigentlich weniger als bei manchen anderen Touren. Körperlich ist es natürlich anstrengend, aber mental war es ziemlich angenehm, weil alles so neu und spannend war. Man ist ständig stimuliert von den Eindrücken, die man unterwegs bekommt.

Wenn man gleichzeitig reist und filmt, verändert das die Erfahrung?

Paul: Es gibt einen Satz, den ich sehr passend finde: Es gibt den Film, den man plant, den Film, den man dreht, und den Film, den man am Ende schneidet. Das sind drei unterschiedliche Dinge.

Wir hatten viele Interviews und Begegnungen geplant, aber Japan ist sprachlich natürlich eine Herausforderung. Einige Dinge haben deshalb nicht so funktioniert wie gedacht. Im Schnitt haben wir dann entschieden, welche Geschichte wir wirklich erzählen wollen.

Okawari, please! Bike Film Tour 2026

Plant ihr eine Fortsetzung?

Josh: Ja, definitiv. Wir sind bisher nur ungefähr die Hälfte Japans gefahren. Wir würden gerne noch einmal zurückkehren und die andere Hälfte erkunden.

Paul: Die Idee ist, im Herbst wiederzukommen. Wir würden in Hokkaido starten, weil es dort früher kühler wird, und dann weiter nach Süden fahren. So könnten wir den Herbstfarben durch das Land folgen.

Viele Bike-Filme konzentrieren sich stark auf Action. Euer Film verbindet Bikepacking mit Essen und Kultur. War das bewusst so geplant?

Paul: Absolut. Essen ist ein unglaublicher Zugang zu Kultur. Man kann über Essen mit Menschen ins Gespräch kommen und versteht ein Land oft besser.

Josh: Außerdem ist japanisches Essen alles andere als eine Nische. Die Vielfalt der regionalen Küche ist riesig. Man könnte wahrscheinlich zehn Filme darüber machen.

Wie findet ihr beim Filmen die Balance zwischen Dokumentation und Reiseerlebnis?

Paul: Das ist tatsächlich ein wichtiger Punkt. Ich möchte niemanden mit einer Kamera bedrängen. Wenn wir in ein Restaurant gehen, will ich nicht, dass sich Menschen beobachtet oder gestört fühlen.

Ich versuche deshalb sehr respektvoll zu arbeiten. Es geht nicht darum, einfach nur Content zu produzieren, sondern darum, echte Momente festzuhalten. Die Reise selbst ist immer wichtiger als der Film.

Okawari, please! Bike Film Tour 2026

Ist die Bike Film Tour die Premiere für euren Film?

Paul: Wir haben den Film vorher schon privat gesehen, aber das hier ist tatsächlich die erste große öffentliche Vorführung. Das ist natürlich etwas Besonderes für uns.

Die Doku ist Teil der Bike Film Tour, die derzeit in zahlreichen Städten in ganz Deutschland Station macht und eine Auswahl internationaler Bike-Filme auf die große Leinwand bringt.

Bike Film Tour 2026 – Termine & Infos


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