Wie finanziert man so ein Projekt?
Wir hatten mit Alpina und Vaude Partner, die uns mit Equipment und etwas Budget unterstützt haben. Damit konnten wir die Reisekosten decken.
Aber von dem Geld allein könnte man so einen Film nicht produzieren. Da steckt unglaublich viel Herzblut drin. Meine Arbeit, die des Kameramanns, die Musik von Johannes Wimmer, der alle Songs selbst komponiert hat, das ist alles sehr viel Leidenschaft und Freundschaft.
Warum habt ihr euch für die Schweiz entschieden?
Wir haben lange über das Ziel diskutiert. Aus Filmemacher Sicht wollte ich ein klares Ziel, zum Beispiel den Gardasee. Die Eltern wollten aber eine Rundtour, weil das logistisch einfacher ist mit Kindern, Anhängern und Kamerateam.
Am Ende haben sie sich durchgesetzt und wir sind einen Rundkurs im Engadin gefahren, mit einem kurzen Abstecher nach Livigno.

Würdest du nochmal ein Projekt mit Kindern machen?
Ja, definitiv. Aber man muss sich von seinem ursprünglichen Plan verabschieden. Mit Kindern gibt es keinen Platz für Wiederholungen oder zusätzliche Ideen. Man muss nehmen, was passiert.
Gerade dieser improvisierte Ansatz war im Nachhinein Gold wert. Der Blick der Kinder auf die Natur, diese kleinen Entdeckungen, das ist etwas, das wir Erwachsenen oft verloren haben.
Was ist die Botschaft des Films?
Der Film soll motivieren. Er soll zeigen, dass man kein extremes Abenteuer braucht, um etwas Besonderes zu erleben. Man kann einfach losfahren, von zu Hause aus, für einen Tag oder ein paar Tage.
Es geht darum, die Welt wieder mit offenen Augen zu sehen und den Respekt für Natur und Umgebung zurückzugewinnen. Gerade der Blick aus Kinderaugen kann uns Erwachsenen dabei unglaublich viel geben.

Gibt es schon Ideen für ein Folgeprojekt?
Die Idee kam tatsächlich schon auf. Vielleicht eine Tour mit den Müttern und den jüngeren Geschwistern von Emil und Karl. Das wäre dann eigentlich schon die nächste logische Fortsetzung.
Dann viel Erfolg und Danke für das nette Gespräch.

Fazit nach der BANFF Tour Premiere in München:
Mit Emil und Karl ist Holger Wimmer ein Film gelungen, der lange nachwirkt. Nicht nur wegen spektakulärer Bilder oder sportlicher Höchstleistungen, sondern wegen seiner Ehrlichkeit und Nähe. Der Film zeigt, dass Abenteuer nicht größer werden müssen, um bedeutungsvoll zu sein. Oft reicht es, das Tempo zu drosseln und die Perspektive zu wechseln.
Gerade der Blick der Kinder macht deutlich, wie viel Magie in den kleinen Momenten steckt. Im Stehenbleiben, im Staunen, im gemeinsamen Unterwegssein. Emil und Karl erinnert daran, warum wir überhaupt rausgehen, warum wir Berge, Bewegung und Natur lieben und warum es sich lohnt, all das auch mit der nächsten Generation zu teilen.
Dass der Film nun im Rahmen der BANFF Tour 2026 weltweit gezeigt wird, unterstreicht seine universelle Botschaft. Es ist eine Geschichte über Familie, Vertrauen und das Loslassen von Erwartungen. Und vielleicht auch eine Einladung an uns alle, wieder öfter einfach loszufahren. Ohne Leistungsdruck, ohne großes Ziel. Aber mit offenen Augen.