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Fukushima: 700.000 Tonnen radioaktives Wasser sollen ins Meer abgelassen werden

Der Betreiber des zerstörten Atommeilers plant, mit Tritium belastetes Wasser in den Pazifik zu leiten

Der Betreiber des zerstörten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi hat mitgeteilt, radioaktiv belastetes Wasser in den Pazifik abzuleiten, sollte die japanische Regierung den Plan absegnen. Von dem verseuchten Wasser lagern 700.000 Tonnen in riesigen Tanks auf dem AKW-Gelände.

„Das Wasser enthalte nur noch radioaktives Tritium“, ein Ablassen sei in kleinen Mengen ungefährlich, argumentiert TEPCO, Betreiber des nach der verheerenden Nuklearkatastrophe am 11. März 2011 zerstörten Atomkraftwerks Fukushima Daiichi. Von anderen AKWs in Japan werde ebenfalls mit Tritium kontaminiertes Wasser in den Pazifik abgeleitet, erklärte die Firma zum geplanten Vorhaben, für das nur noch die Genehmigung der japanischen Regierung fehlt.

Arbeiter am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi – Foto: Greg Webb/IAEA/Creative Commons

 

Doch 700.000 Tonnen klingen eher wie das Gegenteil von einer „geringen Menge“. Tausende der riesigen Tanks sind mittlerweile randvoll, da der Ausfall der Kühlkreise im Reaktorgebäude nach dem Super-GAU mit dem täglichen Einleiten von Frischwasser kompensiert werden musste, dessen anschließende Speicherung laut TEPCO nun den Rückbau behindere und ein Sicherheitsrisiko bei Erdbeben darstelle.

 

In einem Statement berief sich die Firma auch auf eine Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA und der japanischen Atomaufsichtsbehörde NISA: „Es dürfte keine Auswirkungen haben, wenn das mit Tritium belastete Wasser ins Meer geleitet wird“, sagte der TEPCO-Vorsitzende Takashi Kawamura, gleichzeitig Verantwortlicher für die Arbeiten an den havarierten Atommeilern, die noch mindestens 30-40 Jahre andauern werden.

Das radioaktiv weniger intensive Wasserstoff-Isotop Tritium befindet nach dem Herausfiltern von Nukliden wie Cäsium noch immer im Wasser, da die Verantwortlichen mehrere Ausschreibungen für Pilotprojekte nicht weiter verfolgten, um eine effektive Filtertechnik aufzubauen. TEPCO will es sich jetzt mit dem Ableiten in den Pazifik einfacher machen.

Bislang wurden knapp 230.000 Unterschriften bei der Petition gegen die Atommüll-Entsorgung im Pazifik gesammelt, um Japans Umweltminister Koichi Yamamoto zu zeigen, dass die Weltgemeinschaft nicht wegschaut.

Unzählige Wassertanks mit radioaktiv kontaminiertem Wasser befinden sich auf dem Gelände des zerstörten Atommeilers – Foto: Susanna Loof/IAEA/Creative Commons

 

Zu den ersten Unterzeichner/innen dieser Petition zählen:

Paul Watson, Canada, Sea Shepherd Conservation Society
Michèle Rivasi, France, Member of the European Parliament
Valérie Cabanes, France, End Ecocide on Earth
Claire Nouvian, France, Bloom
Michel Reimon, Austria, Member of the European Parliament
Eva Joly, France, Member of the European Parliament
Ulrike Lunacek, Austria, Member of the European Parliament
Bart Staes, Belgium, Member of the European Parliament
Claude Turmes, Luxembourg, Member of the European Parliament
Sven Giegold, Germany, Member of the European Parliament
Magrete Auken, Denmark, Member of the European Parliament
Molly Scott Cato, United Kingdom, Member of the European Parliament
Rebecca Harms, Germany, Member of the European Parliament
Benedek Javor, Hungary, Member of the European Parliament
Lamya Essemlali, France, Sea Shepherd France
Nicolas Imbert, France, Green Cross France
Ismail Sezgin, United Kingdom, Center for Izmet Studies
Carl Schlyter, Sweden, Member of the Swedish Riksdag
Keith Taylor, United Kingdom, Member of the European Parliament
José Bové, France, Member of the European Parliament
Yannick Jadot, France, Member of the European Parliament
Karima Delli, France, Member of the European Parliament
Pascal Durand, France, Member of the European Parliament
Jean-Marc Pasquet, France, NovoIdeo
François Sarano, France, Longitude181
Alienor Bertrand, France, CNRS
Jean-Pierre Goux, France, BlueTurn
Charles-Maxence Layet, France, Orbs l’autre Planète
Leina Sato, Japan, Mother Ocean

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