Kaum jemand kennt die verborgenen Wasserwelten unseres Planeten so gut wie Jill Heinerth. Seit über 30 Jahren erforscht die kanadische Höhlentaucherin und Unterwasserforscherin Höhlensysteme, die zuvor noch nie ein Mensch betreten hat. Ihre Expeditionen führen sie in kilometerlange Unterwasserhöhlen, unter Eisberge oder zu abgelegenen Quellen, immer mit dem Ziel, mehr über unseren Planeten und die Bedeutung seiner Wasserressourcen zu erfahren.
Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde Heinerth im Rahmen der European Outdoor Film Tour (EOFT) mit dem 21st Century Adventurer Award ausgezeichnet. Der von DEFENDER verliehene und mit 20.000 Euro dotierte Preis würdigt Persönlichkeiten, die Abenteuer mit Forschung, Naturschutz und gesellschaftlicher Verantwortung verbinden.
Wir haben Jill Heinerth unmittelbar vor der Preisverleihung in München getroffen und mit ihr über unbekannte Unterwasserwelten, den Schutz unseres Trinkwassers und die Faszination gesprochen, dorthin zu tauchen, wo zuvor noch kein Mensch gewesen ist.
Jill, stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was treibt dich an?
Jill Heinerth: Ich heiße Jill Heinerth, komme aus Kanada und arbeite hauptberuflich als Unterwasserforscherin. Meine Spezialität sind wassergefüllte Höhlen, also verborgene Welten tief unter unseren Füßen. Gleichzeitig sehe ich mich als Abenteurerin im weitesten Sinne. Denn bevor ich überhaupt ins Wasser steige, beginnt das Abenteuer oft schon mit langen Wanderungen, Kanutouren oder Radtouren, um diese abgelegenen Orte überhaupt zu erreichen. Ich war schon als Kind unglaublich neugierig und wollte immer wissen, was sich hinter dem nächsten Hügel oder unter der nächsten Wasseroberfläche verbirgt.
Höhlen gelten als eine der letzten großen unbekannten Regionen unseres Planeten.
Jill Heinerth: Absolut. Eigentlich wissen wir heute mehr über den Weltraum als über die Landschaften unter unseren Füßen. Für mich ist das Thema aber noch aus einem anderen Grund wichtig:
Ich tauche buchstäblich durch unser Trinkwasser.
Viele Menschen vergessen, dass Wasser alles miteinander verbindet. Ich tauche oft dort, wo Wasser aus dem Untergrund austritt und Quellen speist. Daraus werden Bäche, Flüsse, Mündungsgebiete und schließlich die Ozeane. Und diese Ozeane sind für mich die Lunge unseres Planeten, denn dort wird ein Großteil des Sauerstoffs produziert, den wir atmen.
Die Erforschung dieser Orte, an denen zuvor noch nie ein Mensch gewesen ist, empfinde ich deshalb als großes Privileg, aber auch als Verantwortung.
Jill, stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was treibt dich an?
