Wenn ein Name seit Jahren als Synonym für kontrolliertes Risiko im Klettersport gilt, dann ist es Alex Honnold. Spätestens seit seiner seilfreien Begehung von El Capitan in Yosemite ist er für viele die Personifikation eines paradoxen Extrems: maximal gefährlich, und zugleich maximal vorbereitet.
Ende Januar 2026 hat Honnold dieses Prinzip in eine Umgebung übertragen, die mit klassischem Felsklettern nur bedingt vergleichbar ist: eine „Skyscraper“-Free-Solo-Begehung am Taipei 101, einem der bekanntesten Hochhäuser der Welt. Der Aufstieg wurde als Live-Event gestreamt und sorgte nicht nur für Staunen, sondern auch für eine intensive Debatte über Verantwortung, Vorbildwirkung und das Geschäftsmodell „Risiko als Entertainment“.
Wer ist Alex Honnold?
- Alex Honnold (geb. 1985 in Sacramento, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Profi-Kletterer, der vor allem durch Free Solo-Begehungen (Klettern ohne Seil und Sicherung) weltbekannt wurde.
- Sein ikonischster Moment: Am 3. Juni 2017 kletterte er die Route Freerider am El Capitan (ca. 884 m Wandhöhe) komplett free solo – in 3 Stunden und 56 Minuten. In der Szene gilt das bis heute als eine der bedeutendsten Leistungen des modernen Klettersports.
- Parallel dazu baute Honnold sein öffentliches Profil stark über Medienprojekte aus: Die Dokumentation „Free Solo“ gewann den Oscar für den besten Dokumentarfilm (91st Academy Awards).