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Boardmasters in Cornwall | Surfcontest setzt Zeichen für Nachhaltigkeit

Festivalsponsor Penta Hotels lebt auf Events und im Alltagsgeschäft Nachhaltigkeit vor

Cover-Foto: Darina Stoda

Mehr als 50.000 Besucher sollten zum Boardmasters Festival nach Newquay im Süden Englands anreisen, doch Sturmwarnungen mit starken Windböen jenseits der 100 km/h machten Konzerte auf der Main Stage – direkt an der Küste – letztlich unmöglich. Die erste Enttäuschung musste erst einmal sacken, doch der Ernüchterung nach der Last-Minute-Absage durch die Behörden nur einen Tag vor dem Startschuss folgte eine überraschend positive Trotzreaktion der Musikfans, die vor Ort nach Alternativen lechzten. Der im Rahmen des Festivals ausgetragene Surfcontest der World Surf League mit breitgefächertem Rahmenprogramm am weltweit bekannten Fistral Beach rückte dadurch am zweiten Augustwochenende in den Mittelpunkt des Interesses der verbliebenen Horden in Cornwall.

Kleinere Bands und DJs vom ursprünglichen Festival-Lineup, die bereits im Vorfeld angerückt waren, sorgten tagsüber und abends mit spontanen Gigs in den zahlreichen Pubs der Küstenstadt für flächendeckend ausgelassene Stimmung: Pints en masse, Gin Tonics und Fish & Chips in der Afterhour – typisch britisch eben. Headliner von Wu-Tang Clan, Foals, Florence + The Machine bis hin zu Franz Ferdinand oder Dizzee Rascal blieben zwar unersetzlich, aber die Region strahlt durch seine Landschaft, garniert mit erstklassigen Surfspots, entspannten Vibes und durchweg sympathischen Bewohnern eine spezielle Atmosphäre aus, die Gäste auch ohne Großevent in ihren Bann zog. Dazu strahlender Sonnenschein und deutlich nachlassende Winde boten doch noch ideale Bedingungen für intensive Tage und Nächte mit vielen kleinen Highlights.

Leon Glatzer gewinnt Boardmasters

Leon Glatzer holte den zweiten QS-Sieg seiner Karriere | Foto: Schröer

Bei den Quiksilver Open holte sich Leon Glatzer den Titel. Der 22-Jährige bewies bei schwierigen Surfbedingungen im Finale Nervenstärke und drehte knapp zwei Minuten vor dem Ende den Heat gegen Pedro Henrique aus Portugal. Der auf Hawaii geborene und in Costa Rica aufgewachsene Deutsche feierte mit seinem Triumph bereits den zweiten Sieg innerhalb kürzester Zeit bei einem Event der Qualifying Series für die „Dream Tour“ der besten Surfer. Im Contest musste sich Glatzer gegen starke Konkurrenz durchsetzen und zeigte schon im Halbfinale gegen einen der Mitfavoriten, dass er momentan in bestechender Form ist. „Die Championship Tour und die Olympischen Spiele sind meine beiden großen Ziele“, sagte der Pavones-Local nach der Siegerehrung. Mehr zum Contest gibt es hier nachzulesen.



Penta Hotels‘ nachhaltige Konzept-Bar 

Menschen aus verschiedensten Ecken Europas mischten sich unter die Einheimischen und ließen die Penta Beach Bar nach 22 Uhr stimmungstechnisch fast in einen Club mit Meerblick und Außenterrasse verwandeln – die Siegesfeier der Surfer am letzten Tag des Contests spielte der ausgelassenen Stimmung zusätzlich in die Karten. Die Location direkt am Hauptstrand bot die ideale Bühne, um nach einem Strand- oder Contesttag noch ausgiebig zu feiern. Festivalsponsor Penta Hotels hatte sich im Vorfeld in Zusammenarbeit mit Künstlern ein nachhaltiges Konzept einfallen lassen. So wurde demonstriert, dass Veranstaltungen am Strand auch mit ambitioniertem „Leave-No-Trace-Gedanken“ umgesetzt werden können.

Verantwortlich für Design und Innenaustattung der gesamten Bar zeigte sich Hazel Spencer Chapman, die als Surferin aus Cornwall Kunstschaffende aus der Gegend ins Boot holte, um mittels Deko das Flair der Region in vielen Details zu repräsentieren. Neben ihrem Moto-Surf-Brand „thepeopleskingdom“ hat Hazel als Independent Creative Director rund um den Globus Restaurants und Bars designt sowie zahlreiche Bühnenbilder für Filmsets gestaltet.

Trophäen

Die Trophäen für die Gewinner der Surfcontests kreiert seit drei Jahren Lignum, eine Firma aus dem Südwesten, die auch überregional für ihre edlen Surfboards aus nachhaltigen Hölzern bekannt ist.

Wandbild

Melita Berg malte das große Bild am Eingang, um das Design der Penta Hotels widerzuspiegeln. Das Wandbild enthält die Farben der Strandbar, die von den Innenräumen der Hotelkette auf der ganzen Welt inspiriert sind. Melita malte auch das Wandgemälde beim Boardmasters, in Anlehnung an Kieron Lewis‘ Board-Design für die legendären Almond Surfboards.

Fin Art

 

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Lisa Robins ist eine Künstlerin aus Cornwall, die für die Penta Beach Bar ein Board verzierte, dessen Zeit im Wasser bereits abgelaufen war und sich einen Platz an der Wand verdient hatte. Lisa schuf für das Event außerdem eine komplette Serie mit Finnenkunst, die alle Farben des Interieurs vereinte.

Kissen

Im Sinne der konsequenten „plastic free“-Initiativen von Penta Hotels wurden die Kissen der Lounge mit Bezügen aus recycelten Kunststoffflaschen ausgestattet, die ebenfalls von einer lokalen Firma mit Sitz in Devon hergestellt wurden.

Stoffe

Die Stoffe für verschiedene Bereiche wurden in Devon aus alten Segeln in einer Kleinen Werkstatt produziert. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Magnet am Fistral Beach: die Penta Beach Bar | Foto: Will Bailey
Vom Meer inspirierte Kunst & Upcycling-Holz als Deko | Foto: Schröer
Foto (Parallax, unten): Darina Stoda
Foto: Alex Rawson
Foto: Schröer
Foto: Will Bailey
Foto: WSL / Laurent Masurel

Penta Hotels x Explore Magazine


Interview mit Eugène P. E. Staal, President von Penta Hotels Worldwide

Für eine Hotelkette ist es ziemlich ungewöhnlich, Verantwortung zu übernehmen in einer Branche, die kaum alternative Konzepte bietet bezüglich der Umweltprobleme, die weltweit viele Menschen bewegt. Wann kam Penta Hotels zu dem Schluss, dass es an der Zeit ist, selbst Maßnahmen zu ergreifen und für das Ziel CO2-Neutralität eine Vorreiterrolle einzunehmen?

Wenn wir die Fakten sehen, dass beispielsweise im Jahr 2050 mehr Plastikteile als Fische in den Weltmeeren schwimmen, sollten wir uns das nicht einfach weiter stillschweigend anhören, sondern selbst die Initiative ergreifen – wir müssen sogar! CO2-Neutralität zu erreichen wird unsere große Herausforderung im nächsten Jahrzehnt. Das wollen wir mit aller Kraft erreichen. Unsere Gäste reagieren mittlerweile immer sensibler auf die Thematik und werden künftig eben dort buchen, wo ein Angebot den eigenen Werten entspricht. Also auch aus geschäftlicher Perspektive ist unsere Entwicklung sinnvoll.

Verfolgt Penta Hotels einen strategischen Plan, um die ambitionierten Vorhaben tatsächlich erreichen zu können?

Das ist erst der Anfang, wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Worauf wir aber bereits jetzt stolz sind, ist die enorme Eigendynamik, die sich unter allen Mitarbeitern entfaltete, nachdem wir auf den grünen Knopf gedrückt hatten. Los ging es in der ersten Woche mit dem Verzicht auf Strohhalme und Plastikartikel in den Badezimmern, es folgte ein komplett plastikfreies Frühstücksbuffet, also keinerlei Einwegartikel mehr. Kleine Erfolge, aber wir haben unsere Gäste auch durch Verbesserungsvorschläge ins Boot geholt, Ideen in Arbeitsgruppen entwickelt, Marktforschung betrieben. Uns ist aber auch klar, dass CO2-Neutralität erhebliche Investitionen erfordert. Ohne geht es nicht.

Das könnte eine lohnende Investition bedeuten, wenn man die sich ändernden Entwicklungen in der Gesellschaft langfristig bewertet.

Das wird irgendwann Normalität sein. Was jetzt noch fast revolutionär klingt, wenn eine nachhaltige Hotelführung bis ins Detail in die Tat umgesetzt wird, ist in nicht allzu ferner Zukunft keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. 

Was wird die größte Herausforderung in der Strategie? 

Die Energiekosten nehmen im täglichen Betrieb nach den Mitarbeitergehältern den zweitgrößten Anteil unserer Ausgaben ein. Das zwingt uns zu strategischen Maßnahmen und wird der wohl härteste Teil, während der Verzicht auf Plastik die am einfachsten umzusetzende Maßnahme war. Weniger Energieverbrauch sowie effizienterer Umgang mit Ressourcen stehen dabei weit oben auf der Liste. Das startet schon bei unseren Lieferanten, die möglichst lokal aus dem direkten Einzugsgebiet der Hotels angesiedelt sind und so auch Lebensmittel anliefern können, die nicht zum Transport extra eingeschweißt werden müssen. Auch das sind weitergehende Lösungsansätze, um mit den richtigen Partnern und Zulieferern den noch viel zu großen CO2-Fußabdruck schrittweise zu reduzieren.

Also ernst gemeinte, tiefergehenden Maßnahmen, anstatt sich mit Greenwashing zu profilieren?

Exakt. Das bezieht sich auch auf unsere Investoren. Die galt es auf übergeordneter Ebene zu überzeugen, dass es nur einen Weg geben kann: es richtig zu machen und nicht halbherzig. Es gibt hocheffiziente Belüftungssysteme für Hotels, um das Raumklima optimal zu halten. Klimaanlagen müssen nicht der Standard bleiben. Direkter Profit daraus wird sich häufig nicht augenscheinlich ergeben bei allen Initiativen, aber auf lange Sicht zahlen sich die höheren Investitionen auch finanziell aus.

Die Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch. Eigentlich muss man – wie am Buffet – die passenden Maßnahmen für sich finden und sich nur bedienen.

Ich nenne es oft „Qual der Veränderung gegen die Qual, sich nicht zu verändern“. Jeder weiß, wie schwer sich Verhaltensweisen bei Individuen ändern lassen. Wir sollten die Mentalität anderer positiv beeinflussen. Das ist natürlich keine leichte Mission. Aber konstante Überzeugungsarbeit, dass wir diesen Weg alle gemeinsam gehen müssen, wird Früchte tragen. Leute achten mittlerweile auf die Label und fragen, „wo kommt dieses Wasser her?“. Ob du in Los Angeles oder Hongkong bist, du bekommst dort italienisches Wasser. Warum schickt man Wasser in Plastikflaschen um die Welt? 

Woher holt sich Penta Inspiration?

Die skandinavischen Länder führen diese Entwicklung an. Von dort lassen sich viele gute Ansätze adaptieren. Wir wollen innerhalb der nächsten zehn Jahre CO2-neutral werden – da gibt es nur den Weg nach vorne.

 

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Spürt man den Druck der jüngeren Generation, die für den Wandel beharrlich kämpft – auch auf privater Ebene?

Andrew Munt (Vice President Operations): Natürlich merkt man, dass der Einfluss der Generation stärker wird. Es sind unsere Kinder und gleichzeitig unsere zukünftigen Kunden, die derzeit ihre Stimme erheben. Bei denen ist die richtige Geisteshaltung schon vorhanden. In einigen Jahren wird diese Generation reisen, in Hotels übernachten und dabei genauer hinschauen.

Was bedeutet es als einen Hauptsponsor des „Boardmasters Festival“ in Cornwall, dass wegen der sturmbedingten Absage 50.000 Besucher einen Tag vor Beginn enttäuscht werden mussten? Wie macht man das Beste aus so einer Situation?

Es ist für uns auch eine Enttäuschung. Die Partnerschaft zwischen Boardmasters und uns basiert auf gleichen Werten. Gemeinsam möchten wir zeigen, dass man Großveranstaltungen auch nachhaltiger umsetzen kann. Dies haben mit der Beach Bar beim Surfcontest gezeigt, in der wir die trotzdem angereisten Besucher unterhalten und gleichzeitig den Raum und die Abläufe so gestaltet haben, dass so gut wie kein Müll entsteht. 

Wie kam es zu der Entscheidung, ausgerechnet mit diesem Veranstalter zusammenzuarbeiten? Ist die Surfcommunity eine interessante Zielgruppe, weil sie größtenteils bereits für ähnliche Werte einsteht?

Die Organisatoren vom Boardmasters sind auf uns zugekommen. Sie haben eigentlich uns kontaktiert, nachdem sie über Social-Media-Aktivitäten wie #pentagive aufmerksam geworden waren. Wir haben das daraufhin intern diskutierest, und es hat nicht lange gedauert, bis wir uns dafür entschieden haben.

Wie wurden in Cornwall erlebbar, wofür sich Penta einsetzt?

Wir wollten das Erlebnis unserer Gäste in den Penta Hotels zum Festival bringen. Im Zentrum steht die Pentalounge, die gleichzeitig ein Treffpunkt, ein Wohnzimmer für Hotelgäste und die Nachbarschaft ist. Eine Main Bar mit bester Musik, Live-DJs, coolen Drinks und dem besonderen Vibe. Dieses Gefühl haben wir an den Strand gebracht, beispielsweise mit unserer Beach Bar aus Holz, dessen Materialien aus Upcycling hinterher ein weiteres Mal wiederverwertet werden. Vor und nach dem Festival haben wir
europaweit Beach-Clean-Ups organisiert. Unser Anspruch, einen Spot besser zu hinterlassen, als wir ihn vorgefunden haben, passt einfach zum Ansatz des Festivals und zur Grundeinstellung der Besucher. Eine Community entsteht aus Werten, die wir untereinander teilen und die auf Individualität, Gleichberechtigung, Vielfalt und Respekt basieren. Das verbindet.

Gibt es Konkurrenz, die mit Vorbildcharakter einen ähnlichen Weg einschlägt?

Eher individuell geführte Unterkünfte, die zeigen, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen sie erfüllen. Aber bei Hotelketten möchten wir weltweit eine Vorreiterrolle einnehmen, der möglichst viele Wettbewerber folgen – je mehr desto besser für uns alle.

Wer sind die „Penta Gurus“?

Jedes Hotel hat ein Teammitglied, das als Ambassador auserkoren wurde, um unsere Community zu stärken und viele lokale Initiativen starten, zum Beispiel die Clean-Ups. Die Entwicklung kommt also nicht nur aus dem Management. Es hat uns echt beeindruckt, wie stark die Resonanz auf die interne Jobausschreibung war und wie die ganze Aktion zu einem Selbstläufer wurde mit großem Engagement der Mitarbeiter.

Als Zusammenfassung, wo wird Penta Hotels idealerweise in zehn Jahren stehen?

Wir haben uns sehr ambitionierte Ziele gesteckt, CO2-Neutralität in allen Häusern weltweit steht als übergeordnetes Ziel über allem. Zudem wollen wir die lokale Community im Dunstkreis der Hotels sehr viel stärker nutzen, die direkte Nachbarschaft und Geschäfte mit Angeboten und Kooperationen einbinden, wie es jetzt schon mit den Zulieferern der Fall ist. 

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